Leseprobe aus:

David Friedrich Strauß, Leben Jesu - kritisch bearbeitet

Überblickt man die von Strauß erzielten Ergebnisse, dann zeigt sich, dass die meisten mittlerweile zum Konsens gegenwärtiger historischer Jesusforschung gehören. Die übrigen Resultate sind nach wie vor diskutabel. Auch heute noch besticht das 1835 erschienene "Leben Jesu" durch die intellektuelle Redlichkeit in der Argumentation und den Mut zur Wahrhaftigkeit in der konsequenten Durchführung der historischen Kritik.

ALBERT SCHWEITZER urteilt daher zutreffend über David Friedrich Strauß' Werk "Das Leben Jesu, kritisch bearbeitet", wenn er in der "Geschichte der Leben-Jesu-Forschung" schreibt: "Diese Abschnitte sind weit entfernt, ihre Bedeutung inzwischen verloren zu haben. Sie haben das Terrain geschaffen, auf dem die heutige Forschung sich bewegt, und enthalten die Totenscheine einer Reihe von Erklärungen, die auf den ersten Augenblick ganz lebensfähig erscheinen und es doch nicht sind. Wenn sie noch heute in der Theologie umgehen, tun sie es als Gespenster, die man durch den bloßen Namen David Friedrich Strauß in die Flucht zu treiben vermag, und die sich überhaupt nicht mehr zeigen könnten, wenn diejenigen Theologen, die auf das Leben-Jesu von 1835 als auf ein überwundenes Buch zurückblicken, sich die Mühe gäben, es zu lesen."

"Strauß ist nicht nur ein Zerstörer unhaltbarer Lösungen, sondern auch der Prophet einer kommenden Wissenschaft."